RMVsmart Fragen & Antworten!

Thema RMVsmart-Tarifangebot

Warum soll es ein neues Tarifangebot geben?

Der konventionelle Tarif stößt an seine Grenzen.

Der seit den 90er Jahren bundesweit in vielen Verbünden etablierte Flächenzonentarif besteht im RMV aus überall unterschiedlichen Tarifzonen von teilweise stark unterschiedlicher Größe. Diese Flächenzonentarife werden immer häufiger als unübersichtlich, komplex und zum Teil ungerecht kritisiert. Das zeigt sich zum Beispiel in den abrupten Preissprüngen von bis zu 3,60 Euro (RMV-Tarif 2016) bei Überschreiten einer Tarifzonengrenze – und sei es auch nur um eine Station. Fahrgäste und Politik fordern deshalb immer öfter eine Tarifstrukturreform. Diesen Bedürfnissen kommen wir jetzt mit RMVsmart im Pilotversuch entgegen.

 

Der Tarif ist ein wesentlicher Teil der Finanzierung von Bussen und Bahnen.

Das Leistungsangebot im RMV muss finanziert/bezahlt werden. Sowohl volle Züge und Busse in der Hauptverkehrszeit aber auch das nur von wenigen genutzte Angebot in der Fläche oder in zeitlichen Randlagen (Daseinsvorsorge) muss bezahlt werden. Im RMV können 55% der Kosten aus den Fahrgeldern finanziert werden, die übrigen 45% tragen die öffentlichen Haushalte. Damit das attraktive Leistungsangebot auch künftig gewährleistet und weiterentwickelt werden kann, bedarf es eines zeitgemäßen, leistungsgerechten Tarifs.

Warum muss man sich schon vor der Fahrt für ein bestimmtes Verkehrsmittel entscheiden?

Die Aufteilung in einzelne Preiskomponenten für R+S+U-Bahn und Bus/Tram macht das neue Tarifangebot fairer – und teilweise auch günstiger.

RMVsmart ist in mehrfacher Hinsicht fair und leistungsgerecht: Einerseits weil man nur die Strecke zahlt, die man auch nutzt – und andererseits, da zwischen der R+S+U-Bahn und Bus/Tram preislich differenziert wird. Beide Verkehrsmittelgruppen sind unterschiedlich schnell, unterschiedlich eng getaktet und unterschiedlich aufwendig zu betreiben – und deshalb unterschiedlich teuer. Das neue Tarifangebot gibt den Kunden die Möglichkeit, ihre Fahrten gezielt zu planen und damit Geld zu sparen. Um diese Leitungsgerechtigkeit nutzen zu können, müssen sich die Kunden beim Ticketlösen für die Nutzung des Verkehrsmittels entscheiden.

Wieso werden mit dem RMVsmart manche Verbindungen teurer und manche günstiger?

Das neue Tarifangebot ist keine Preiserhöhung. Der RMV geht von insgesamt gleichbleibenden Einnahmen aus, die Preise bleiben durchschnittlich gleich.

Eine Prämisse bei der Entwicklung von RMVsmart war, dass die jährlichen Ticketeinnahmen gleich bleiben sollen. Weder zahlen die Fahrgäste im Durchschnitt mehr, noch verlieren die Kommunen, die Landkreise und das Land Einnahmen, um das dichte Nahverkehrsnetz zu erhalten.

Mit RMVsmart wird der Preis einer Bahnfahrt nun erstmals anhand der Entfernung zwischen Start- und Zielbahnhof bestimmt, bisher bestehende Tarifzonen spielen hier keine Rolle. Ob eine Verbindung im Einzelfall teurer oder günstiger wird als bisher, hängt im Wesentlichen davon ab, ob die Verbindung im konventionellen Flächenzonentarif gemessen an der zurückgelegten Entfernung günstig oder teuer war. Im Durchschnitt aber bleiben die Preise stabil.

Warum werden manche kurze Fahrten mit RMVsmart teurer als mit dem bisherigen Tarif?

Wir haben die Fahrpreise für alle 125.000 möglichen Relationen im RMVsmart sehr sorgfältig durchgerechnet. Schließlich gilt die Anforderung: Die jährlichen Ticketeinnahmen müssen gleich bleiben – also alle unsere Fahrgäste zusammen im Durchschnitt nicht mehr zahlen und die Kommunen, Landkreise und das Land keine Einnahmen verlieren, um das dichte Nahverkehrsnetz zu erhalten. Mit dieser Berechnung ließen sich die Preise der einzelnen Bausteine klar ableiten (z.B. 1,69 Euro für den Grundpreis oder 10,9 Cent/km im Regionalnetz).

Bei unserer Berechnung haben wir natürlich auch die Nutzungshäufigkeit der Relationen einbezogen. Und so wird es für ein Drittel günstiger, für ein Drittel bleibt es etwa gleich, für ein Drittel wird es etwas teurer. Klar, dass zunächst vor allem das Drittel höherer Preise diskutiert wird. Mit dem Pilotbetrieb stellen wir den RMVsmart erstmal auf den Prüfstand. Schon die Rückmeldungen sind für uns wichtige Erkenntnisse. Derweil kann jeder Testkunde auf die bisherigen Tarifangebote ausweichen. Auch das ist Teil unserer Untersuchung. Wir sind gespannt auf die Ergebnisse.

Warum kann innerhalb der Städte nicht ein Pauschalpreis gelten statt nach Kilometern abzurechnen?

RMVsmart haben wir als Prototypen entwickelt, um die Idee eines entfernungsbasierten Relationstarifs grundlegend auf Herz und Nieren zu prüfen.

Deshalb gelten in Regionalzügen, S- und U-Bahn grundsätzlich Kilometerpreise. In Bussen und Straßenbahnen gibt es einfach Pauschalpreise – innerorts und Überland. Im Zuge des Pilotversuchs und des begleitenden Innovationsdialogs mit Testern, Experten und Entscheidern stellen wir diesen Prototypen gemeinsam auf den Prüfstand.

Für welche Smartphones ist RMVsmart verfügbar?

RMVsmart ist für Android-Smartphones ab Android-Version 4.1 und für iOS ab Version 7.1 verfügbar

Thema Pilotversuch

Warum ist die Testkundenzahl begrenzt?

RMVsmart ist ein grundlegender Paradigmenwechsel in der Preisbildung, so dass wir ihn zunächst im begrenzten Rahmen testen wollen.

Läuft der Pilottest erfolgreich, dann wird über seine Einführung entschieden. In diesem Fall wäre der RMVsmart für alle Fahrgäste und auch über weitere Vertriebskanäle erhältlich, wie z.B. die Fahrkartenautomaten.

Was passiert bei technischen Problemen mit der App oder wenn der Empfang gestört ist?

Das RMVsmart-Ticket wird nach dem Lösen auf dem Mobiltelefon gespeichert. Es bedarf also keines Onlinezugriffs während der Fahrt.

Und sollte am Abfahrtsort tatsächlich kein Empfang bestehen, stehen Ihnen die Regelangebote des RMV wie gehabt über alle bekannten Vertriebskanäle, wie z.B. Fahrkartenautomaten, zur Verfügung.

Was passiert, wenn die Geltungszeit der Bus/Tram-Pauschale von 60/90 Minuten überschritten wird? Ist man dann Schwarzfahrer, obwohl man ein Ticket gelöst hat?

Wer die Pauschale kauft und über 60/90 Minuten fahren will, muss sich rechtzeitig eine weitere Pauschale kaufen. Wer eine Verbindung auswählt, die mit Bus/Tram länger dauert, bekommt in der RMVsmart-App die entsprechende Meldung, dass für diese Verbindung RMVsmart nicht erhältlich ist.

Es gibt nur sehr wenige Verbindungen, deren Fahrtzeit die 60/90 Minuten der Bus/Tram-Pauschale übersteigt. Wir sind uns aber bewusst, dass diese Regelung neu ist und die Pilotkunden sich daran gewöhnen müssen. Die Testphase soll zeigen, ob die zeitlichen Regelungen ausreichend sind oder ob hier noch angepasst werden muss.

Benötigt man ein meinRMV-Kundekonto um sich für RMVsmart anzumelden?

Für die Nutzung von RMVsmart sind ein meinRMV-Kundenkonto sowie die Anmeldung zum RMV-HandyTicket-Dienst erforderlich.

Sollten Sie solch ein Kundenkonto noch nicht besitzen, ist die Anmeldung zu selbigen direkt nach der Installation der App möglich. Die App führt Sie durch die entsprechenden Schritte.

Können RMVsmart-Testkunden trotzdem den bestehenden RMV-Tarif nutzen?

Die bestehenden RMV-Tarifangebote können natürlich weiterhin genutzt werden – auch das HandyTicket.

Aber: Ihre Treue zu RMVsmart wird belohnt. Ab einem Umsatz von 20 Euro in einem Kalendermonat erhalten Sie 10% Rabatt auf alle weiteren Umsätze in diesem Kalendermonat.

Werden die Testkunden wirklich in die Entwicklung und Bewertung des RMVsmart mit einbezogen? Verpflichtet man sich bei der Teilnahme am Pilotversuch zu etwas?

Die Integration der Fahrgäste ist ein zentraler Bestandteil des Pilotversuchs.

Die Integration der Perspektive und Erwartungen unserer Kunden ist im Interesse des RMV und unersetzlicher Bestandteil der Entwicklung von RMVsmart: Es soll ein neues Tarifangebot entwickelt werden, das breite Akzeptanz findet.

Die Einbeziehung der Fahrgäste beginnt direkt mit Start des Pilotversuchs. Aus der Nutzung des RMVsmart durch die Testkunden sowie über deren Feedback wird aufs Tarifmodell und die zugehörige RMVsmart-App auf den Prüfstand gestellt. Durch die Einbeziehung der Fahrgäste können der RMV und seine Partner wertvolle Erkenntnisse im Hinblick auf weitere Optimierungsansätze bei der Entwicklung eines leistungsgerechten Entfernungstarifs gewinnen.

Der RMV freut sich über Feedback zur Attraktivität von Tarifmodell und App sowie konkrete Verbesserungsvorschläge. Aus diesem Grund ist es hilfreich, wenn die Fahrgäste an den Befragungen teilnehmen - es ist aber keine Verpflichtung. Zudem ist die Teilnahme freiwillig und kann jederzeit beendet werden.

Sind in oder nach der Testphase Veränderungen am Tarifangebot technisch überhaupt noch möglich?

Im Pilotversuch des neuen Tarifes sind alle Formen von Änderungen und Weiterentwicklungen denkbar.

Es ist Zweck des Pilotversuchs, einen funktionierenden Entfernungstarif zu entwickeln – deshalb stehen alle Bestandteile von RMVsmart auf dem Prüfstand. Das Ziel ist, Erfahrungen mit einem Entfernungstarif zu sammeln und Erkenntnisse über die bestmögliche Gestaltung eines solchen Tarifs  zu gewinnen. Der RMV-Aufsichtsrat entscheidet am Ende des Pilotversuchs auf Basis der dann zur Verfügung stehenden Versuchsergebnisse über eine endgültige Einführung und Ausgestaltung von RMVsmart als reguläres Tarifangebot.

Wieso erhalten die Testkunden keine RMVsmiles, obwohl sie einen Online-Kanal nutzen?

RMVsmart ist ein innovatives Tarifangebot – und im Pilotversuch soll ein innovatives Rabattsystem getestet werden: RMVsmart Bonus.

Die Testkunden erhalten mit RMVsmart Bonus ab einem Mindestumsatz von 20 Euro pro Kalendermonat einen Rabatt von 10 % auf weitere im betreffenden Kalendermonat getätigte Umsätze. Während des Pilotversuchs sind weitere Anreiz- und Rabattkomponenten für die RMVsmart-Testkunden geplant.

Wie ist es um den Datenschutz bestellt? Welche Daten werden gespeichert und ausgewertet?

Bei der Erhebung der Daten wendet der RMV stets das Prinzip der Datensparsamkeit und der Datenvermeidung an.

Es werden nur die notwendigen Daten erhoben und nur für den notwendigen Zeitraum gespeichert. Wir unterscheiden grundsätzlich in:

 

  • Stammdaten: Daten zur Identifizierung eines Kunden und zur Abwicklung der ihn betreffenden Geschäftsprozesse (z.B. „Ticketkauf“, „Servicefall“)
  • Verkaufsdaten: Daten, die einen spezifischen Ticketkauf betreffen, und
  • App-Daten: Daten, die die Nutzer der App an sich betreffen, z.B. die Bedienung
  • Befragungsdaten: Daten aus zusätzlichen Befragungen, die der Pilotkunde auf freiwilliger Basis beantwortet.

 

Die Datenhaltung innerhalb des RMVsmart wird unterschieden nach operativem Betrieb und Auswertungen. Sowohl Nutzerdaten als auch Ticketdaten werden mit rückverfolgbarem Personenbezug nur zum Zwecke der Zahlungsabwicklung und Serviceerbringung gespeichert.

 

Die Auswertung der Verkaufsdaten ohne Personenbezug und der Befragungsdaten werden dagegen in mindestens pseudonymisierter Form, teilweise anonymisierter Form (App-Daten) vorgenommen und in getrennten Datenbanken vorgehalten. Eine rückwirkende Personalisierung der Daten wird nicht möglich sein.

 

Alle personenbezogenen Verkaufsdaten werden nach 6 Monaten unwiderruflich gelöscht. Stammdaten werden bei Löschung des RMV-HandyTicket-Accounts nach 12 Monaten Inaktivität gelöscht. Verkaufsdaten und Befragungsdaten ohne Personenbezug bleiben mindestens über den Projektzeitraum bis zur Entscheidung über die Einstellung/Weiterführung von RMVsmart gespeichert.

Wie wird damit umgegangen, wenn ein am Pilotversuch teilnehmender Testkunde seine Einwilligung zur Teilnahme am Pilotprojekt zurückzieht?

Die Teilnahme am Pilotprojekt ist vollkommen freiwillig. Die Teilnehmer des Pilotversuchs haben jederzeit die Möglichkeit, den konventionellen RMV-Tarif über die bekannten On- und Offline-Vertriebskanäle zu nutzen.

Für die Teilnahme am Pilotprojekt selbst ist ein RMV-HandyTicket-Account Voraussetzung. Insofern ist zu unterscheiden, ob der Kunde nur seine Einwilligung am Pilotprojekt RMVsmart zurückzieht oder seinen RMV-HandyTicket-Account löscht.

 

  • „Zurücknahme Einwilligung am Pilotprojekt RMVsmart“:
    In diesem Fall verliert der Teilnehmer seine Berechtigung an der Teilnahme. Seine Stammdaten verbleiben im System des RMV-HandyTicket, um weiterhin das RMV-HandyTicket und die entsprechenden Geschäftsprozesse nutzen zu können.
    Die erhobenen personalisierten Verkaufsdaten aus dem Pilotprojekt RMVsmart werden nach Abschluss der Rechnungsprozesse plus 6 Monate (für den Fall einer Serviceanfrage/Beschwerde) gelöscht. Die pseudonymisierten und damit nicht personenbezogenen Verkaufsdaten verbleiben im Auswertesystem.
  • „Zurücknahme Einwilligung am Pilotprojekt RMVsmart + Löschung RMV-HandyTicket-Account“:
    Zusätzlich zu den unter „Zurücknahme Einwilligung am Pilotprojekt RMVsmart“ beschriebenen Maßnahmen werden auch alle Stammdaten nach 12 Monaten Inaktivität vollständig gelöscht.

 

Als RMVsmart-Tester den Tarif mitentwickeln